Die größte Gefahr im Web ist der Trottel-User

Wir sitzen jeden Tag am Computer. Doch wie er tatsächlich funktioniert, ist vielen herzlich egal. Diese Ignoranz ist eine Gefahr – denn Unwissende ahnen nicht, welchen Schaden sie anrichten können.

Manche halten Hacker und Betrüger für die größte Gefahr im Internet. Für andere ist es Datendiebstahl. Eine Gefahr wird aber oft übersehen: wir selbst – indem wir jeden Tag Computer nutzen, ohne wirklich zu verstehen, was sie so tun. Nehmen wir Microsoft Office, mit dem wir ziemlich täglich zu tun haben. Es stecken unfassbar viele Funktionen darin, für die meisten von uns sind einige davon unnötig oder zu komplex für unser Einsatzgebiet. Bei vielen wissen wir gar nicht, dass es sie überhaupt gibt.

Zum Beispiel ahnt man kaum, was alles offenbart werden kann, wenn man im Word-Dokument 30 Mal auf „rückgängig“ klickt. Das wurde zum Beispiel 2005 der UN zum Verhängnis: Im Mordfall des libanesischen Ex-Regierungschefs Rafik al-Hariri wurde der Ermittlungsbericht als doc-Datei herumgemailt. Namen waren in der endgültigen Version gelöscht worden, stattdessen stand da nur etwas von „hochrangigen syrischen und libanesischen Funktionären“. Doch ein Blick in die Überarbeitungshistorie offenbarte die Klarnamen, darunter den des Schwagers von Präsident Assad. So kann man Geheimdiensten auch die Arbeit erleichtern. Microsoft hat Word schon 2003 die Funktion verpasst, mit der man diese Daten aus Dokumenten löschen kann. Wissen Sie, wo sie ist?

Aber es geht auch ohne Word. Auf dem Navy-Schlachtkreuzer „USS Yorktown“ gab mal die Crew in einem Windows -Fenster versehentlich eine Null in das falsche Feld ein. Plötzlich fuhren alle Systeme des Schiffs runter, und es trieb drei Stunden führungslos herum, bis es in den nächsten Hafen geschleppt wurde. „Anwenderfehler“ ist meist der Kommentar von Systemadministratoren und Programmierern, wenn es Computerprobleme gibt. Leider haben sie damit allzu oft recht. Die meisten von uns sitzen jeden Tag am Rechner, ohne die Programme, mit denen wir arbeiten, wirklich zu verstehen. Diese Unwissenheit ist eine Gefahr – denn die meisten wissen gar nicht, wie wenig sie wissen. Und was sie damit anrichten können.

Manche Unternehmen schicken ihre Belegschaft deshalb in teure Schulungen, um sie endlich mit der Software vertraut zu machen, die sie jeden Tag nutzen. Das verringert nicht nur die Gefahr eines fatalen Anwenderfehlers, sondern erhöht auch die Produktivität des Ladens. Denn meist wurde Software so geschrieben, dass sie die Arbeit vereinfacht. Aber dessen muss man sich erst einmal bewusst werden.

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